Immobilienkauf - Perlen für Pendler

Der alte Stader Hafen.
HA


Städte im Umland rücken durch Ausbau der Infrastruktur näher an Hamburg. Drei Beispiele.


Die Immobilienpreise in Hamburg steigen immer weiter. Wer ein Grundstück oder ein Haus erwerben möchte, weicht immer öfter auf das Umland aus. Die Folge: Die Preise ziehen auch dort kräftig an. Das hat zuletzt eine Untersuchung der Bausparkasse LBS Hamburg Schleswig-Holstein belegt. Der Traum vom Eigenheim muss für Familien mit kleinerem Geldbeutel aber nicht unerfüllt bleiben. Es lohnt sich, einen Blick auch auf Gegenden zu werfen, die zunächst abgelegen erscheinen. Einige von ihnen werden auf Sicht sehr viel besser an das Hamburger Zentrum angebunden sein. Wer Geduld hat, kann heute günstig kaufen und auf Wertsteigerungen hoffen.

Stade, Drochtersen und das Alte Land

Die niedersächsische Stadt Stade im gleichnamigen Landkreis haben viele Hamburger kaum auf dem Schirm. Doch die alte Hansestadt ist eine Perle mit historischem Zentrum, umgeben von wunderschöner Natur. Die Nähe zur Elbe bedeutet einen hohen Freizeitwert, im Sommer können sich die Stader an den Elbstränden von Bassenfleth und Krautsand sonnen. Laut LBS liegen die Preise für Bestandsimmobilien vergleichsweise niedrig, bei 1750 bis 2000 Euro pro Quadratmeter. Das bedeutet: Mit Glück lässt sich ein Haus für die Hälfte des Preises wie in Ahrensburg (3000 bis 4000 Euro pro Quadratmeter) oder Rahlstedt (4000 bis 6000 Euro pro Quadratmeter) erwerben. Stade ist mit der Bahn gut an Hamburg angebunden, die S 3 fährt direkt zum Hauptbahnhof und braucht dafür eine Stunde. Der Regionalzug RE 5 benötigt 50 Minuten.

Mehr Geduld brauchen Pendler, die mit dem Auto fahren. Sie verwenden derzeit vorwiegend die überlastete Bundesstraße 73 und müssen mit bis zu eineinhalb Stunden Fahrzeit rechnen. Doch gerade für die Autopendler ist Entlastung geplant. Die Autobahn 26, derzeit nur zwischen Stade und dem Alten Land befahrbar, soll bis 2030 bis nach Hamburg führen. Die Fahrzeit wird sich laut Schätzungen um etwa eine halbe Stunde verkürzen. Orte im Alten Land wie Steinkirchen oder Jork werden ebenfalls viel besser angebunden sein. Die Immobilienpreise liegen derzeit ebenfalls noch niedrig, laut LBS ebenfalls bei 1750 bis 2000 Euro. Eine fertige A 26 macht auch Ortschaften westlich von Stade interessanter – wie Drochtersen. Hier soll die Autobahn beginnen. Die Quadratmeterpreise für Bestandsimmobilien liegen derzeit noch bei 1500 bis 1750 Euro.

Reinfeld: Kleinod kurz vor Lübeck

Mancher kennt sie wegen ihrer Karpfenteiche und des traditionellen Festes zum „Abfischen“: die Stadt Reinfeld im Norden des Kreises Stormarn. Sie bietet landschaftliche Reize und einen hohen Freizeitwert, nicht zuletzt durch die Nähe der Ostsee. Laut LBS kosten Bestandsimmobilien derzeit 1750 bis 2000 Euro pro Quadratmeter. Das Gleiche gilt für Barnitz und Rethwisch in der Umgebung. Gut angebunden an Hamburg ist Reinfeld über die Autobahn 1 schon jetzt. Pendler brauchen, je nach Verkehrslage, zwischen 45 Minuten und einer Stunde. Der Regionalzug RE 8 braucht nur 33 Minuten bis zum Hauptbahnhof und fährt stündlich. Ein Großprojekt wird für Bahnpendler noch einmal Verbesserungen bringen. Denn die Metropolregion plant den Bau der neuen S-Bahn-Linie 4, die ab dem Jahr 2027 viele Regionalzüge ersetzen soll. Durch das Großprojekt wird das Umland zwischen Ahrensburg und Lübeck sehr viel besser angebunden sein. So wird es möglich sein, mit der S 4 von Bad Oldesloe bis Berliner Tor, Jungfernstieg oder Altona zu fahren, ohne umzusteigen. Der große Pendlerbahnhof in Bad Oldesloe ist von Reinfeld aus in 15 Minuten mit dem Bus oder Auto erreichbar.

Bleckede und Amt Neuhaus: Elbmarsch vor den Toren Lüneburgs

Wer die Elbe einmal ganz anders kennenlernen möchte, sollte einen Ausflug nach Bleckede im Landkreis Lüneburg unternehmen. Hier wird der Strom ganz still, es gibt eine traumhafte Auenlandschaft mit vielen ruhigen Plätzen. Das Biosphaerium Elbtalaue informiert sehr anschaulich über die einzigartige Natur. Wohnen kann man in der Kleinstadt, die sich zu beiden Seiten der Elbe erstreckt, auch. Die Preise für Bestandsimmobilien sind laut LBS günstig, sie liegen bei 1750 bis 2000 Euro. Pendler sind gut beraten, ins Auto zu steigen und morgens zum Lüneburger Bahnhof zu fahren, der etwa 20 Minuten entfernt liegt. Von dort aus verkehren die Regionalzüge RE 3 und RE 31, die nur eine halbe Stunde zum Hamburger Hauptbahnhof brauchen. Für Autopendler wird es zudem Entlastungen geben – sofern aus bisherigen Planungen Realität wird. So ist ein Weiterbau der Autobahn 21 zwischen Bargteheide und Handorf geplant. Lüneburg und das Umland wären durch die sogenannte Hamburger Ostumfahrung wesentlich besser angebunden. Das Projekt ist im Bundesverkehrswegeplan von 2015 enthalten, mit dem Vermerk „weiterer Bedarf mit Planungsrecht“. Das Land Niedersachsen setzt sich für die Realisierung ein. Auch Bleckedes Nachbargemeinde Amt Neuhaus, wo die Immobilienpreise ähnlich niedrig liegen, wäre dann deutlich besser angebunden.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 03.05.2019