Eimsbüttels neues Herz

 
TROMA Alters- und Hinterbliebenenstiftung

 

Zwischen Unnastraße und Quickbornstraße sollen bis zu 900 Mietwohnungen gebaut werden.

 

Dort, wo jetzt noch 3000 Mitarbeiter von Beiersdorf Cremes, Pflaster und andere Produkte herstellen und testen, sollen in einigen Jahren Familien wohnen. Denn der Konzern will seinen Standort im Herzen Eimsbüttels an der Troplowitzstraße ausbauen und dafür seinen Werksgelände zwischen Unnastraße und Quickbornstraße verlassen.

Auf dem Areal sollen bis zu 900 Wohnungen entstehen – die Besonderheit: es sollen ausschließlich Mietwohnungen gebaut werden. Etwa 20 Prozent sollen öffentlich gefördert sein. Auch um Bau und Vermietung will sich Beiersdorf selbst kümmern. Bauherrin soll die Alters- und Hinterbliebenenstiftung Troma sein, die von Beiersdorf-Gründer Oscar Troplowitz ins Leben gerufen wurde. Der Bau könnte 2022 beginnen und 2028 abgeschlossen sein, vorausgesetzt der Fitnessclub Meridian Spa verlängert seinen Mietvertrag.

Der Park Am Weiher soll in das Quartier eingebunden werden

Die Planungen sind inzwischen soweit gediehen, dass der Siegerentwurf des städteplanerischen Wettbewerbs für die Quartiersgestaltung feststeht. Auf dem Areal sollen fünf locker gruppierte Wohnblöcke mit jeweils sieben Geschossen entstehen, die sich in der Höhe den umgebenden Gebäuden orientieren. Ausnahmen bilden zwei Gebäude, die mit zehn, beziehungsweise zwölf Geschossen gewissermaßen Landmarken in dem kleinen Quartier setzen sollen. In den Erdgeschossflächen ist Platz für Geschäfte, der Park Am Weiher soll in das Quartier eingebunden sein und eine Außengastronomie bekommen. Eine weitere Besonderheit des Quartiers: Es soll nahezu autofrei werden.

Anwohner, Interessierte und Schüler waren aufgerufen Ideen einzubringen

Begleitet wurde der Planungsprozess durch die Stadtmacherei, es wurden verschiedene Formen des Bürgerdialogs ausprobiert. So wurden unter anderem Schülerinnen und Schüler der Ida-Ehre-Schule befragt, was sie sich von dem neuen Quartier erwarten. Aber auch Anwohner waren in Workshops aufgefordert, Ideen einzubringen. Es ging unter anderem um Fragen der Nahversorgung, Infrastruktur, Grüngestaltung und Mobilität. Mehr als 3000 Menschen haben sich an dem Stadtplanungsprojekt bisher beteiligt. Auch deshalb vermutet Eimsbüttel Bezirksamtsleiter Kay Gätgens sei die Akzeptanz des Bauvorhabens hoch. Während bei anderen Projekten häufig Konflikte zutage treten, sei das auf dem Beierdorf-Areal bislang weitgehend ausgeblieben.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 04.10.2019