Steigende Preise und kein Ende in Sicht

Typisches Neubauhaus
iStock

 

Experten rechnen damit, dass die Immobilienpreise noch Jahre weiter steigen werden. Ein Grund: Die Hansestadt zieht immer mehr Menschen an.

 

Hamburg wächst. Rund 1,8 Millionen Menschen leben derzeit in der Hansestadt, und Jahr für Jahr kommen Zehntausende hinzu. Zum Vergleich: Noch 2011 hatte Hamburg 1,7 Millionen Einwohner. 1987 wurden noch knapp 1,6 Millionen Einwohner gezählt. Die Wirtschaftskraft steigt ebenfalls seit Jahren. Laut einer Studie des in Hamburg ansässigen Analyse-Instituts Economic Trend Research (ETR) hat die Erwerbstätigkeit zwischen 2012 und 2017 um 15 Prozent zugenommen.

110.000 neue Einwohner bis 2030

Michael Bräuninger, ETR-Leiter und Autor der Studie, rechnet bis zum Jahr 2030 mit rund 110.000 neuen Einwohnern. Der Anteil der Hochqualifizierten unter den sozialversicherungspflichtig Beschäftigten wird nach Einschätzung der Experten von 22 auf 37 Prozent zunehmen. Verbunden damit seien höhere Einkommen, mit denen auch höhere Kaufpreise und Mieten finanziert werden können. Die Studienautoren gehen deshalb davon aus, dass die Immobilienpreise in Hamburg bis 2030 noch einmal um bis zu 50 Prozent steigen werden.

Gefragt sind vor allem Einfamilienhäuser. Nach einer Studie von Engel & Völkers führt die Hansestadt die Rangliste von 54 untersuchten Städten an, wenn es um das Verkaufsvolumen von Ein- und Zweifamilienhäusern geht. Es lag im Jahr 2016 bei 1,6 Milliarden Euro, was einem Rückgang von vier Prozent entspricht. Offenbar nimmt auch die Verkaufsbereitschaft ab, denn die jährlich weiter steigenden Preise sorgen schon automatisch für einen Zuwachs.

Lage am Wasser 17 Prozent teurer

Bei den Eigentumswohnungen erreichte Hamburg 2016 einen Umsatz von 2,5 Milliarden Euro, was einem Plus von zwei Prozent entspricht. Hier liegt Hamburg in Deutschland auf dem dritten Rang, hinter Berlin und München. Für Premiumwohnungen in der HafenCity wurden Durchschnittspreise von 14.000 Euro je Quadratmeter aufgerufen. Erstmals hat Engel & Völkers auch das Preisniveau für Eigentumswohnungen in repräsentativen Wasserlagen für das Jahr 2017 untersucht, wobei die maximale Uferentfernung auf 150 Meter festgelegt wurde. Die gefragte Kombination aus Stadtnähe und Wasser hat ihren Preis: In Hamburg müssen dafür in Alsterlage 17 Prozent mehr bezahlt werden, als wenn man im selben Stadtteil etwas weiter entfernt vom Wasser wohnt.

Vor allem einfache und mittlere Lagen sollen teurer werden

Doch auch wer weniger spektakulär wohnen möchte, muss viel Geld anlegen. Nach der Studie von Engel & Völkers sind 2017 die Preise für Eigenheime um 10,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Für ein Einfamilienhaus mussten durchschnittlich 633.000 Euro ausgegeben werden. Wohnungen verteuerten sich im Schnitt um 7,9 Prozent auf 4480 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Je nach Lage reichen die Quadratmeterpreise für Wohnungen von 1600 Euro bis zu 20.000 Euro. Die Experten von Engel & Völkers rechnen damit, dass in Zukunft bei Eigentumswohnungen vor allem mittlere und einfache Lagen teurer werden, während für sehr gute und gute Lagen ein eher konstantes Preisniveau vorausgesagt wird. Bei den Einfamilienhäusern lautet die Prognose ähnlich: Steigende Immobilienpreise bei guten, mittleren und einfachen Lagen, konstante Preise bei sehr guter Lage.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 21.09.2018