Wer in Hamburg sparen will, sollte im Neubau wohnen

dpa

Anstieg in Altbauten und in beliebten Lagen besonders stark.

Er wird nur alle zwei Jahre veröffentlicht und bildet Veränderungen im Bereich Mietwohnungen ab: der Mietenspiegel. Seit Jahren ist das Thema Wohnen eines der wichtigsten in der Hansestadt, die Metropole lockt mit guten Jobs, Ausbildungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten und nicht zuletzt mit einer gut ausgebauten Infrastruktur, die für Familien und Ältere gleichermaßen attraktiv sind.

Es kommt hinzu, dass mehr als 76 Prozent der Hamburger Mieter sind und die Eigentümerquote von 23,9 Prozent weit unter dem Bundesschnitt von 46,5 Prozent liegt. Das ist ein weiterer Grund dafür, weshalb der Veröffentlichung des Mietenspiegels, der in Hamburg seit 1976 im Rhythmus von zwei Jahren im November vorgestellt wird, große Aufmerksamkeit zuteil wird. Um den Mietenspiegel richtig zu verstehen, muss man wissen, er gibt einen Überblick über die ortsübliche Vergleichsmiete. Er berücksichtigt dafür aber nur Mieten, die in den vergangenen vier Jahren neu vereinbart oder erhöht wurden, nicht den gesamten Bestand. In die diesjährige Untersuchung waren 550.000 Wohnungen einbezogen, das ist etwa die Hälfte des Gesamtbestandes.

Mieten steigen langsamer als befürchtet

Die gute Nachricht: Die Mieten sind in den vergangenen zwei Jahren gestiegen, aber langsamer als befürchtet. Demnach sind die Nettokaltmieten seit 2017 um 0,22 Euro pro Quadratmeter, beziehungsweise 2,6 Prozent teurer geworden und liegen damit unter dem Anstieg der Lebenshaltungskosten. In der vorherigen Erhebungsspanne lag der Anstieg noch bei 5,2 Prozent. Ein weiteres Ergebnis ist die durchschnittliche Nettokaltmiete. Diese liegt im freifinanzierten, ungebundenen Wohnungsbestand in Hamburg bei 8,66 Euro pro Quadratmeter. 2017 waren es 8,44 Euro.

Trotzdem ist Wohnen in Hamburg nicht nur gefühlt teuer. Wie das Statistikamt Nord ermittelte, sind die Wohnkosten in der Hansestadt deutlich höher als im Bundesvergleich. Im Durchschnitt war fast ein Drittel des Haushaltsnettoeinkommens (30,4 Prozent) für die Miete fällig, im Bundesdurchschnitt nur 27,2 Prozent. Der Mietenspiegel zeigt, dass der Anteil der Wohnungen, in denen weniger als 6,60 Euro Miete pro Quadratmeter gezahlt werden muss, gestiegen ist. Aktuell beträgt er 23,9 Prozent. Der Großteil der untersuchten Mietwohnungen, – immerhin 71,4 Prozent – kosteten weniger als 8,70 pro Quadratmeter.

Hohe Decken, Stuck, Parkett und Flügeltüren sind begehrt 

Wer eine Wohnung in beliebten Quartieren sucht, muss nicht nur Geduld, sondern auch eine gut gefüllte Geldbörse mitbringen. Der Mietenspiegel unterscheidet nur grob in „gute“ und „mittlere“ Wohnlagen. Die als gut eingeschätzten Viertel wurden jedoch zuletzt teurer, während mittlere Lagen stagnierten. Auch die Vorliebe für Altbauwohnungen muss man sich leisten können. Wohnungen in Häusern aus dem Zeitraum von vor 1918 sind zuletzt um 4,5 Prozent teurer geworden, für Häusern aus dem Zeitraum bis 1948 gab es eine Preissteigerung um fünf Prozent. Preisrückgänge gibt es dagegen bei Wohnraum, der vor höchstens 40 Jahren entstanden ist. Immerhin 1,2 Prozent weniger müssen Mieter für Neubauwohnungen zahlen. Das gilt auch für Wohnungen, die vor weniger als zehn Jahren fertiggestellt wurden.

In Schleswig-Holstein zahlen Einwohner weniger und haben mehr Platz

Statistisch gesehen stehen jeder Einwohnerin und jedem Einwohner der Stadt 40 Quadratmeter zur Verfügung. Aber natürlich variiert die Wohnungsgröße – je nachdem, ob sie in einem engen Innenstadtquartier oder einem großzügigen Stadtrandgebiet liegt. Das bestätigen die Zahlen: Während Dulsberger sich im Durchschnitt mit 53 Quadratmetern begnügen müssen, haben Menschen in Wohldorf-Ohlstedt richtig viel Platz. Dort beträgt die durchschnittliche Wohnfläche mehr als 140 Quadratmeter.

Ein Blick über die Landesgrenze zeigt: Menschen in Schleswig-Holstein zahlen im Vergleich zu Hamburg weniger für Wohnraum und haben mehr Platz. Im nördlichsten Bundesland verfügen die Menschen über 46,9 Quadratmeter Wohnfläche im Durchschnitt und mehr als die Hälfte (53,3 Prozent) leben in Einfamilienhäusern.

 

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 06.12.2019