Lebensabend - Service im Senioren-Apartment

 
dpa

 

In Meckelfeld entstehen 50 behindertengerechte Wohneinheiten. Eine Hausdame betreut die Bewohner. 

 

Zu Hause alt werden und so lange wie möglich im gewohnten Umfeld bleiben, wünschen sich viele Senioren. Ihren Lebensabend stellen sich die meisten weitgehend selbstbestimmt und unabhängig vor. Wer Unterstützung, Betreuung oder Pflege braucht, kann heute zwischen vielen verschiedenen Angeboten wählen. Es muss nicht das Pflegeheim sein.

In Holm-Seppensen und Sprötze bietet der Regionalverband Harburg der Johanniter-Unfall-Hilfe unter dem Motto „Wohnen mit Service“ ein Konzept, dass flexibel nutzbar ist und sich an den Bedürfnissen von Senioren orientiert. Von Freizeitbeschäftigungen für die Bewohner über Hilfe im Alltag bis hin zur Unterstützung im Notfall reicht das Angebot. Organisiert wird der Service, der in 25 barrierefreien Apartments inklusive ist, von einer Hausdame, die sich um die Belange der Bewohner kümmert.

Die Hausdame holt Dienstleister wie Friseur und Fußpfleger ins Haus

Da es für die bereits bestehenden Wohnanlagen eine lange Warteliste gibt, soll noch im Frühjahr der Bau von 50 behindertengerechten Einheiten für Senioren in Meckelfeld beginnen. Auch dort soll eine Hausdame – ganz nach dem Vorbild der Anlage in Holm-Seppensen – die Bewohner im Alltag begleiten. In der Praxis heißt das, die Bewohner können mit allen Wünschen und Nöten zur Hausdame kommen. Sie sorgt dann dafür, dass ein Bett bezogen wird oder der Fernseher repariert. Aber auch andere Dinge, wie Arzt-, Friseur- oder Fußpflegetermine bucht die Hausdame für die Bewohner. In Holm-Seppensen kommen die Dienstleister ins Haus, damit die Bewohner keine Wege haben. Auch wer Essen bestellen möchte oder einen Pflegedienst braucht, wendet sich an die Hausdame.

Freizeitangebote schützen vor Einsamkeit

Ein weiterer wesentlicher Baustein im Konzept der Johanniter sind Freizeitangebote. Häufig ist es für Senioren wichtig und sinnvoll einen aktiven Freundes- und Bekanntenkreis außerhalb der Familie zu pflegen. Denn während früher die Pflege und Betreuung Älterer eine Aufgabe war, die in der Familie wahrgenommen wurde, haben sich heute die Strukturen verändert. Die Jüngeren ziehen ihren Jobs hinterher, viele Ältere bleiben zurück. Gemeinsame Kochabende, Ausflüge, Bastelrunden und Spielnachmittage mit Nachbarn und Mitbewohnern helfen nicht nur dabei Senioren geistig und motorisch fit zu halten. Sie helfen auch, Altersdepression und Einsamkeit zu verhindern. Viele Bewohner schätzen die Angebote und nehmen sie gern wahr.

Wer seinen Ruhestand aktiv gestaltet, erhält sich die Lebensqualität

Geht einmal ein Schlüssel verloren oder stürzt jemand, ist sofort Hilfe da. Alle Wohnungen sind mit dem Johanniter-Notrufknopf ausgestattet. Da die Hausdame jeden Tag vor Ort ist, können Missgeschicke mit dem Schlüssel schnell geklärt werden. Altersforscher fanden heraus, dass vor allem diejenigen, die rechtzeitig eine Perspektive für den eigenen Lebensabend entwickeln, gute Chancen haben, möglichst lange aktiv zu sein und den Ruhestand zu genießen. Für einige Senioren sei die frühzeitige Entscheidung, wie und wo sie alt werden wollen auch eine Erleichterung. Wer rechtzeitig umzieht, – viele ziehen in die Nähe von Kindern oder Verwandten – hat mehr Zeit sich um sich selbst zu kümmern und kann die Verantwortung abgeben, die mit der Verwaltung, Pflege und Wartung großer Häuser oder Wohnungen einhergeht.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 05.04.2019