Krippe und Kindergarten - Ansturm auf die Betreuungsplätze

Kinder spielen in einem Bällebad in einer Kindertagesstätte
Friso Gentsch

 

Die niedersächsische Landesregierung hat die Elternbeiträge im Elementarbereich abgeschafft.

 

Eltern, die bisher ihren Lebensmittelpunkt in Hamburg hatten und nun überlegen, sich den Traum vom Eigenheim in der Metropolregion zu erfüllen, müssen mehr beachten, als nur die Immobilienpreise, wenn es um die Entscheidung für einen Umzug geht. An den Stadtstaat Hamburg grenzen im Norden Schleswig-Holstein und im Süden Niedersachsen – Bundesländer, in denen zum Beispiel die Finanzierung der Kinderbetreuung oder die Gestaltung der Schullandschaft anders geregelt ist als in Hamburg.

Schleswig-Holstein hat bundesweit die höchsten Elternbeträge für die Kita-Betreuung

In Schleswig-Holstein zahlen die Eltern nach einer Bertelsmann-Studie aus dem Jahr 2018 die höchsten Beiträge für die Betreuung ihrer Kinder in Krippe oder Kita. Bislang lagen auch die Elternbeiträge in Niedersachsen höher als in Hamburg, wo am 1. August 2014 die betragsfreie Grundbetreuung eingeführt wurde. Nun hat die niedersächsische Landesregierung reagiert und die Elternbeiträge für die Betreuung von bis zu acht Stunden von Kindern ab drei Jahren abgeschafft. Das führte im Kreis Harburg in vielen Städten und Gemeinden zu einem Ansturm auf die Betreuungsplätze. Für Krippenkinder werden weiter Beiträge fällig. Das Land Niedersachsen kalkuliert für das erste Jahr mit Kosten von mehr als 300 Millionen Euro.

Der Trend zeichnet sich schon seit Jahren ab

In Winsen steigt die Zahl der Plätze und ihre Nachfrage seit Jahren. Vor allem die Ganztagsbetreuung werde zunehmend nachgefragt, womit sich ein Trend der vergangenen Jahre fortsetze. Dies liegt aber nach Angaben aus der Kreisverwaltung nicht allein an der Beitragsfreiheit. Ein weiterer Aspekt kommt hinzu: In diesem Jahr hatten Eltern erstmals die Möglichkeit, ihr Kind ein Jahr länger im Kindergarten betreuen zu lassen – wenn es im Juli, August oder September geboren ist. Bisher waren solche Kinder bereits schulpflichtig.

Steigende Zahlen in Neu Wulmstorf, Sazhausen und Seevetal

Auch in der Gemeinde Neu Wulmstorf macht sich die Entwicklung bemerkbar. Ursache sei der hohe Zuzug, heißt es aus dem Bürgermeisterbüro. Dadurch steigen auch die Anmeldezahlen in den Kitas. Auch in der Samtgemeinde Salzhausen ist die Nachfrage nach Betreuungsplätzen gestiegen. Weil immer häufiger auch Krippenplätze gesucht und in Anspruch genommen werden, setzen diese Eltern später auch im Elementarbereich auf Ganztagsbetreuung. Seit die ganztägige Betreuung kostenfrei ist, wird sie auch in der Gemeinde Seevetal stärker nachgefragt, sagt eine Sprecherin. Nur in Buchholz führte der Wegfall der Elternbeiträge nicht zu einer gesteigerten Nachfrage. In der größten Stadt in der Nordheide werden schon heute viele Kita-Kinder ganztags betreut.

Verschiedene Schulsysteme in der Metropolregion

Die Schulsysteme in der Metropolregion unterscheiden sich. Anders als in Hamburg wird an niedersächsischen Gymnasien das Abitur nach neun Jahren abgelegt, in Hamburg nach acht und in Schleswig-Holstein gibt es die Möglichkeit nach acht oder neun Jahren das Abitur an einem Gymnasium abzulegen. Während Schüler in Hamburg und Schleswig-Holstein immer zur gleichen Zeit Ferien haben, gelten für Schüler in Niedersachsen andere Termine.    

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 25.09.2018