Infrastruktur - Das sind Stormarns Verkehrs-Knackpunkte

Stau auf der A1 bei Bargteheide
HA

 

Stormarns Landrat Görtz sieht wichtige Infrastruktur-Projekte von der S4 bis zum Autohof.

 

Der Kreis Stormarn arbeitet weiter an seiner Infrastruktur. Sechs Verkehrsprojekte sollten zügig umgesetzt werden, damit die Menschen nicht in wenigen Jahren einen Großteil ihrer Zeit im Stau verbringen müssen. Das hat Landrat Henning Görtz 2017 bei einem Treffen des Wirtschaftsrats Deutschland der CDU in Bad Oldesloe bekräftigt. „Die Dynamik unseres Kreises tut dem ganzen Land gut“, sagte er. Hier werde das Geld verdient, das auch woanders ausgegeben werden könne ergänzte er mit Blick auf die außerordentliche Steuerkraft. Tatsächlich ist Stormarn im Gegensatz zu anderen Teilen Schleswig-Holsteins eine wachsende Region.

Lebensqualität und beste Zukunftsprognosen

Bundesweit sei der wirtschaftsstarke Kreis Stormarn unter den Top-Ten bei der Kaufkraft, habe nur 3,3 Prozent Arbeitslosigkeit, biete sehr viel Lebensqualität und beste Zukunftsprognosen. „Und wir sind keineswegs ein Schlafkreis: 55.000 Auspendlern stehen 47.000 Einpendler gegenüber.“ Diese Zahl zeige, wie wichtig Mobilität zwischen Reinbek und Reinfeld sei.

Doch um welche wichtigen Projekte handelt es sich? Ein Überblick:

1. Ausbau der B 404 zur A 21

Wie seit Langem von der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck gefordert, sollte die Bundesstraße ab dem A-1-Kreuz Hammoor bis Geesthacht zur Autobahn werden. Görtz: „Wir brauchen die östliche Elbquerung mindestens genauso dringend wie eine westliche."

2. Sanierung von Landesstraßen

Um den Reparaturstau abzubauen, hat das Landeswirtschaftsministerium ein Sonderprogramm ausgerufen. Stormarn hat statt der verlangten zehn zügig umzusetzenden Vorhaben vorsichtshalber gleich 25 eingereicht. Oberste Priorität genießt dabei die L 94 (Landesgrenze Hamburg bis Witzhave).

 3. A-1-Anschlussstellen Ahrensburg und Stapelfeld

Tagtäglich stauen sich die Autos morgens und abends, obwohl die Ausfahrtspur teilweise auf 500 Meter verlängert wurde. „Das sind Flaschenhälse, und die Situation spitzt sich zu“, sagt Görtz. Die Anschlussstelle Stapelfeld ist schon beschlossen. Das erste gemeinsame Gewerbegebiet mit Hamburg (Stapelfeld-Rahlstedt) ist geplant, auch in Ahrensburg und Siek kommen Firmen hinzu.

 4. Umgehungsstraße Hammoor

Das „einzige aktuelle Neubauprojekt in Schleswig-Holstein“ ist für Landrat Görtz eines von mehreren wichtigen Vorhaben rund ums Dorf – und inzwischen beschlossene Sache. Auch das nahe Autobahnkreuz müsse umgebaut werden. „Dort brauchen wir endlich einen Autohof, damit die Lkw-Fahrer ausreichend Stellplätze für ihre Ruhepausen haben und nicht weiter in die Gewerbegebiete ausweichen müssen, in denen es keinerlei Infrastruktur mit Läden, Toiletten und Waschgelegenheiten gibt.“ Die von der alten Landesregierung an der A 1 ausgewiesene Fläche für Windräder dürfe den Autohof nicht gefährden.

 5. S-Bahn-Linie 4

Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln von Stormarn aus nach Hamburg pendeln möchte, ist bislang auf die Regionalbahn angewiesen. Doch das soll sich in einigen Jahren ändern. 2027 wird nach derzeitigen Planungen die neue S-Bahn-Linie 4 in Stormarn den Betrieb aufnehmen. In der Hauptverkehrszeit sollen die modernen und vollständig barrierefreien S-Bahn-Züge im Zehn-Minuten-Takt zwischen Ahrensburg und Hamburg-Altona, im 20-Minuten-Takt zwischen Bargteheide und Hamburg und stündlich zwischen Bad Oldesloe und Hamburg fahren. Außerhalb der Hauptzeiten ist ein 20-Minuten-Takt zwischen Ahrensburg-Gartenholz und Altona geplant sowie ein grundsätzlicher Stundentakt aus Bargteheide und Bad Oldesloe und zurück.

6. Radschnellwege

Der Kreis beteiligt sich finanziell an einer Machbarkeitsstudie der Metropolregion Hamburg. Untersucht wird der 8,5-Kilometer-Korridor Ahrensburg–Volksdorf.

Für weitere Entlastung soll der technische Fortschritt mit E-Mobilität, Carsharing und selbst fahrenden Autos sorgen.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 25.09.2018