Entwicklung - Wo Henstedt-Ulzburg wachsen kann

 
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Eine Studie zeigt Flächen für den Wohnungsbau.

Wer in Hamburg eine Wohnung sucht, braucht gute Nerven und ein gut gefülltes Portemonaie. Schon seit einigen Jahren lässt sich der Trend beobachten, dass immer mehr Menschen aus der Stadt ins Umland drängen. Diese Entwicklung sorgt auch in Henstedt-Ulzburg für Veränderungsdruck. Die Gemeinde wird auch in den kommenden Jahren stark wachsen. Zu diesem Schluss kommen gleich mehrere Prognosen. Im Jahr 2030 wird in Henstedt-Ulzburg mit 30.000 Einwohnern gerechnet (Stand 1.1.2019: 28.514). Das entspricht etwa 12.700 Haushalten. Um mit der Bevölkerungsentwicklung Schritt zu halten, werden 2300 bis 4000 Wohnungen gebraucht.

Optionen gehen von Nachverdichtung bis Neubau

Damit die Infrastruktur der Gemeinde auch künftig allen Anforderungen an sie gerecht wird, ist die Kommune gesetzlich verpflichtet, alle Flächen zu untersuchen, die Potenzial für den Wohnungsbau bieten. Dabei werden verschiedene Optionen von Nachverdichtung bis Neubau abgewogen. Das jüngste Konzept, dass die Gegebenheiten in Henstedt, Ulzburg, Ulzburg-Süd, Rhen und Götzberg jeweils individuell unter die Lupe nimmt, stammt von dem Planungsbüro SWUP aus Quickborn und dem Berliner Stadtplanungsinstitut Weeber + Partner. Begleitet wird der Prozess von Politik und Verwaltung, auch die Bürger werden in Werkstatt-Formaten einbezogen.

Henstedt

Konkrete Maßnahmen zum Wohnungsbau schlagen die Planer an der Breslauer Straße und an der Bürgermeister-Steenbock-Straße vor. Modernisierung und Neubau könnten hier Hand in Hand gehen. So könnten Dachgeschosse ausgebaut und aufgestockt werden, Lücken zwischen den Grundstücken geschlossen werden und die Parkplätze überplant werden. Die alten Hofstellen zwischen Wöddel, Schattredder-Nord und Teichstraße wären für eine Umwandlung geeignet. Der Ortsmittelpunkt von Henstedt zwischen Dorfstraße und Maurepasstraße, könnte, wenn es nach den Planern geht, neugeordnet werden.

Ulzburg

Die Bevölkerungsstruktur in Ulzburg ist gemischt. Im Kronskamp leben mehr als 40 Prozent Senioren, Tendenz steigend. Dagegen sinkt das Durchschnittsalter der Bewohner der Maurepasstraße sowie zwischen Nordring und Beckersbergstraße. Veränderungspotenzial bietet der Kirchweg: fünf Grundstücke werden nach Ansicht der Planer nicht ausreichend genutzt, ein Drittel der Gebäude wird nur von einer Person bewohnt. Weitere 25 Prozent nur von zwei Personen. Umstrukturierungen könnte es auch östlich der Hamburger Straße geben. Dort werden gerade einige Altbauten abgerissen. Im Zentrum, rund um Rathaus und CCU könnte es künftig noch quirliger werden. Das Gebiet ist bislang geprägt von einem gemischten Bestand an Häusern aus der Gründerzeit, sowie Mehr- und Einfamilienhäusern.

Ulzburg Süd

Besonderen Entwicklungsbedarf sehen die Planer an der Hamburger Straße. Konkret benannt wurden die leer stehenden Gewerbeobjekte und die unsanierten Mehrfamilienhäuser im Bereich Dammstücken/Suhlenkamp. Im jüngsten Teil der Großgemeinde gab es seit den 80er-Jahren immer wieder Nachverdichtungen, es entstanden Reihen-, Doppel- und Mehrfamilienhäuser.

Rhen

31 Baulücken fanden die Planer, wobei die Entwicklung des Wagenhuber-Geländes eine wichtige Rolle in diesem Zusammenhang spielt. Dort ist ein Wohnquartier geplant, um dessen Verkehrsplanung noch gerungen wird. Der Ortsteil im Süden zeichnet sich vor allem durch die hohe Dichte an Einfamilienhäusern zum Teil aus den 50er-Jahren aus, von denen viele die aktuellen Energie-Standards nicht erfüllen. Die alten Häuser werden vielfach nach dem Verkauf abgerissen und neugebaut.

Götzberg

Mit seinen großen Grundstücken, auf denen früher vielfach Bauernhöfe betrieben wurden, ist das Siedlungsgebiet ein Sonderfall in der Großgemeinde. Die Studie zählt 34 Hektar Reserveflächen, die bislang ungenutzt sind. So gibt es Raum für Entwicklung zwischen Götzberger Straße und Bleeken. Die Flächen sollten jedoch nicht für Einfamilienhäuser, sondern für ein Quartier mit dichtrer Bebauung genutzt werden, schlagen die Planer vor. Ihnen schweben Wohnraum für Familien und barrierefreie Wohnungen für Senioren vor, die gut an das ÖPNV-Netz angeschlossen sind. Außerdem identifizierten die Planer 20 weitere Standorte auf insgesamt zwölf Hektar Fläche, die sich für Einzelhäuser und Mehrfamilienhäuser eignen würden.

 

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 15.02.2019