Karl-May-Festspiele - Winnetou am Kalkberg

Karl-May-Festpiele
dpa

 

Die Karl-May-Festspiele sind seit 1952 ein Erlebnis für die ganze Familie. Nächste Saison soll die Rekordmarke von 400.000 Besucher erreicht werden.

 

Hoch im Norden Deutschlands gibt es jedes Jahr von Juni bis September rauchende Colts, packende Verfolgungsjagden zu Pferde, Explosionen und Zweikämpfe. Immer mitten drin Winnetou, der Häuptling vom Stamme der Apachen, erdacht von Karl May. Nach dem Sachsen, der niemals im Wilden Westen war, sind heute die Festspiele am Kalkberg benannt. Die Karl-May-Festspiele sind das erfolgreichste Open-Air-Theater Deutschlands mit in den vergangenen Jahren ständig steigenden Besucherzahlen. 2017 kamen insgesamt 372.646 Besucher, die Produktion „Winnetou und das Geheimnis der Felsenburg“ aus dem Jahr 2018 sahen 388.910 Zuschauer. Die magische Marke von 400.000 Zuschauern in einer Saison ist nach Einschätzung von Beobachtern nur noch eine Frage der Zeit.

Vor 40 Jahren standen die Festspiele vor der Auflösung

Dabei wurde Ende der 1970er-Jahre über die Auflösung der Festspiele diskutiert. Der Grund: mangelnde Besucherzahlen und dadurch verursachte Verluste. So sahen im Jahr 1978 nur 100.000 Zuschauer die beiden Produktionen „Durchs wilde Kurdistan“ und „Winnetou“. Die SPD-Fraktion in Segeberg fordert ein neues Konzept für das Freilichttheater am Kalkberg, wie die Arena damals noch hieß. Die Idee: Nicht nur Abenteuer im Wilden Westen, sondern mehr Konzerte sollten in dem Amphietheater, dass auf dem Gebiet einer ehmaligen Gipsgrube liegt. Der Plan ging auf.

Pierre Brice ist der beliebteste Winnetou

Nun steht die Arena für Musikveranstaltungen ein halbes Jahr zur Verfügung, ab Mai wird für die Festspiele geprobt, dann gehen die Indianer auf den Kriegspfad und wenn sie ihre Saison im September beenden, kommen die Fledermäuse zum Zuge, die am Kalkberg ihr Winterquartier ansteuern.

Inzwischen verstärken immer wieder prominente Schauspieler das Ensemble. So sind unter anderem Freddy Quinn, Ingo Naujocks, Lisa Fitz und Sila Sahin am Kalkberg aufgetreten.  Die meisten Zuschauer verzeichneten bisher die Aufführungen in der Abschiedssaison von Pierre Brice im Jahr 1991. Der aus den "Winnetou-Filmen" bekannte Schauspieler lockte 317.000 zahlende Gäste in nur 57 Vorstellungen.  

Viele Segeberger kommen immer wieder zum Casting

Realisiert wurde die erste Vorstellung der Karl-May-Festspiele am Kalkberg mit einem Budget von 25.000 DM. Heutige Produktionen verschlingen Millionenbeträge. Von Anfang an arbeiteten die Segeberger bei den Festspielen mit. Viele stellten sich als Komparsen zur Verfügung, nähten Kostüme, pflegten die bei ansässigen Bauern ausgeliehenen Pferde und halfen beim Bühnenbau. Auch heute noch identifizieren sich viele Segeberger mit ihren Festspielen und absolvieren Castings um hautnah bei den Aufführungen dabei zu sein. Mitmachen kann, wer älter als 16 Jahre ist. In der Regel müssen Kampf- und Tanzszenen einstudiert werden.  

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 25.09.2018