S 21 - S-Bahn-Linie soll AKN ersetzen

Zwei Züge der S-Bahn Hamburg fahren auf Gleisen nahe des Hauptbahnhofs in Hamburg.
dpa

 

Für Pendler, die im Nord-Osten des Kreises Pinneberg leben, soll sich ab 2021 vieles vereinfachen. Anstelle der AKN-Bahn soll die S-Bahn Orte an Hamburg anbinden.

 

Bisher verbindet sie Aumühle im Sachsenwald mit der Station Elbgaustraße im Westen von Hamburg. Dazwischen liegen wichtige Stationen wie Sternschanze, Dammtor und Hauptbahnhof. Die Rede ist hier von der Hamburger S-Bahn-Linie 21, die täglich viele Pendler nutzen. Auch solche, die im Kreis Pinneberg leben. Sie steigen bisher am Bahnhof Eidelstedt in die AKN-Bahn um, die sie dann in Orte wie Quickborn, Bönningstedt oder Hasloh bringt.

Ab 2021 soll sich die Situation für sie deutlich vereinfachen. Denn die Strecke auf Schleswig-Holsteiner Gebiet soll elektrifiziert werden. Anstelle der AKN-Züge soll dann die S 21 von Eidelstedt bis nach Kaltenkirchen im Kreis Segeberg fahren. Sie soll im Zehn- bis 20-Minuten-Takt  verkehren. Bönningstedt, Hasloh und Quickborn im Kreis Pinneberg und auch Ellerau, Henstedt-Ulzburg und Kaltenkirchen im Kreis Segeberg werden mit der S 21 besser an Hamburg angebunden sein. Gutachter rechnen damit, dass sich die Fahrgastzahl auf der Strecke von derzeit 10.000 zum Teil verdoppeln wird, je dichter an Hamburg, desto stärker.

Prognose sagt Wachstum der Kommunen voraus 

Die Verlängerung wird für die Stadt Quickborn und die Gemeinden Bönningstedt und Hasloh auch ein deutliches Wachstum bedeuten. Das geht aus einem Gutachten hervor, das das Berliner Büro Gertz, Gutsche, Rühmenapp ausgearbeitet hat. Für Quickborn rechnen die Gutachter mit 1550 zusätzlichen Bewohnern bis 2030 (plus sieben Prozent), was einer Verdopplung des Wachstums vom Zeitraum von 2000 bis 2015 entspräche.

Für Bönningstedt mit zurzeit etwa 4600 Bewohnern wird das Wachstum auf 150 Neubürger eingeschätzt (plus vier Prozent). In Hasloh bliebe das Wachstum mit 150 Neubürgern (plus vier Prozent) ähnlich hoch wie in den 15 Jahren zuvor, als 170 Neubürger zuzogen. Allerdings hat hier die Dynamik mit der Ausweisung des neuen Baugebiets Neue Mitte in Bahnhofsnähe seit 2013 erheblich zugenommen, die sich weiter verstärken dürfte.

Mehr Pendler, höhere Grundstückspreise

In Quickborn ist seit dem Jahr 2000 die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um 930 (plus 17 Prozent) auf 6400 gestiegen. Das Pendlersaldo beträgt 2500. So viele Menschen mehr haben ihren Arbeitsplatz außerhalb der Stadt. In Bönningstedt ist die Zahl der Beschäftigten seit 2000 um ein Fünftel auf 1250 geradezu explodiert. Hier sind es etwa 500 mehr Aus- als Einpendler. In Hasloh ist die Zahl der Beschäftigten ebenfalls um ein Fünftel auf 340 gestiegen. Das Pendlersaldo liegt hier bei 1000. Parallel zum Bevölkerungswachstum werden auch diese Zahlen weiter stark ansteigen.

Die Grundstückspreise werden in den drei Kommunen nach Ansicht der Gutachter steigen. Auf genaue Zahlen legen sich die Experten aber nicht fest. In Quickborn kostete der Quadratmeter derzeit etwa 210 Euro (für Einfamilien-) bis 450 Euro (für Mehrfamilienhäuser). In Bönningstedt sind es etwa 250, in Hasloh 195 Euro.

39 Minuten von Quickborn bis Hamburg Hauptbahnhof

Kommt die neue S 21, entfällt für Pendler das Umsteigen in Eidelstedt. Zudem verringert sich die Fahrhzeit. Von Quickborn aus erreicht die S-Bahn den Hauptbahnhof künftig in 39 Minuten, das sind drei Minuten weniger als heute mit der AKN. Die Fahrt zum künftigen Fernbahnhof Diebsteich wird 29 Minuten dauern. Bönningstedt sind nach 28 Minuten fünf Minuten schneller am Hauptbahnhof als heute, Hasloh vier Minuten schneller (33 Minuten).

Veränderung im Umfeld der Bahnhöfe notwendig

Im Zuge der Elektrifizierung der Strecke sollte sich nach Ansicht der Gutachter auch das Umfeld der Bahnhöfe verändern. In Quickborn sollen alle Baulücken im Kreis von einem Kilometer um den Bahnhof bis 2030 geschlossen sein. Am Bahnhof-Süd wird der ohnehin geplante Park-and-ride-Platz dringend benötigt. Bönningstedt und Hasloh werden die Zahl der Parkplätze erheblich erhöhen und die Bahnhöfe sanieren müssen.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 24.09.2018