Pendler - Radschnellweg im Kreis Pinneberg

Die Trasse soll weitgehend an den Gleisen verlaufen
Metropolregion Hamburg

 

Projekt soll Fahrzeit nach Hamburg deutlich verkürzen. 2025 soll die Strecke fertig sein.

 

Wer aus Hamburg in den Kreis Pinneberg zieht, tauscht oftmals eine Wohnung gegen ein Haus ein. Mehr Platz für die Familie, mehr Grün, dafür weniger Stadtleben. Verbunden damit ist in den meisten Fällen auch, dass sich die Stadtflüchtlinge auf einen sehr viel längeren Weg zur Arbeit einlassen müssen. Die Tage, in denen man gesundheitsfördernd mit dem Rad ins Büro fahren konnte, müssen deshalb nicht vorbei sein. Wer entsprechend Zeit einplant und die Kondition hat, kann auch von Elmshorn aus mit dem Rad zur Arbeit pendeln – braucht allerdings, je nach Arbeitsort und Kondition, zwischen eineinhalb und zwei Stunden pro Richtung. Wer in Pinneberg auf das Rad steigt, braucht in der Regel 40 bis 60 Minuten.

Radschnellweg für direkten Weg nach Hamburg

Die Bedingungen für Fahrrad-Pendler sollen sich nun allerdings verbessern – auch die Fahrzeiten würden sich dann deutlich verkürzen. Denn während Autofahrer den direkten Weg über Autobahn und Bundesstraßen nehmen können, müssen Radler oft auf Nebenstrecken ausweichen. Geplant ist nun ein Radschnellweg, der von 2025 an Elmshorn, Tornesch, Pinneberg und Halstenbek auf ziemlich direktem Weg mit Hamburg verbinden wird. Radschnellwege sind besonders ausgebaut, zweispurig und ermöglichen schnelles Fahren mit hohen Geschwindigkeiten.

Beteiligung an der Streckenplanung online möglich

Mehrere solcher Wege gibt es bisher in Belgien und den Niederlanden, in Deutschland ist bisher in Göttingen ein Radschnellweg realisiert. Doch es gibt deutschlandweit viele Planungen, unter anderem soll die ganze Metropolregion Hamburg mehrere Radschnellwege bekommen. Für diese geplanten Routen – also auch die von Elmshorn nach Hamburg – läuft derzeit ein Beteiligungsverfahren. Fahrradfreunde im Kreis Pinneberg, aber auch solche, die woanders wohnen, können mitentscheiden, wo genau der neue Radschnellweg verlaufen wird. Auf einer interaktiven Karte ist die derzeit vorgesehene Route sichtbar. Nutzer der Webseite können Kommentare eintragen, etwa, wenn sie an einer Stelle Probleme sehen oder auf etwas hinweisen wollen. Das Verfahren läuft noch bis Mitte Februar. 

Fünf weitere Radschnellwege sind geplant

Außer der jetzt favorisierten, 32 Kilometer langen Strecke Elmshorn - Tornesch - Prisdorf - Pinneberg - Halstenbek - Hamburg sind fünf weitere Radschnellwege aus dem Hamburger Umland in die Hansestadt geplant, für die die Online-Beteiligung ebenfalls in den nächsten Wochen beginnen wird. Die Trasse von Bad Bramstedt über Norderstedt könnte auch für die Radfahrer am östlichen Rand des Kreises interessant sein, also für Langeln, Bilsen, Quickborn, Hasloh und Bönningstedt.

Kombination von Rad und Bahn soll leichter werden

50.000 Berufspendler fahren jeden Tag aus dem Kreis Pinneberg zur Arbeit nach Hamburg. Rund 20.000 von ihnen nutzen schon heute den öffentlichen Nahverkehr. Der Radschnellweg soll noch mehr Menschen bewegen, vom Auto auf Bus und Bahn beziehungsweise Fahrrad umzusteigen. Denn die Radautobahn soll es ermöglichen, die umweltfreundlichen Verkehrsmittel zu kombinieren. Die neue Radroute soll möglichst entlang der vorhandenen Bahnstrecke verlaufen. So können Radpendler individuell entscheiden, welchen Teil der Strecke sie in die Pedale treten und welchen sie öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollen. Je nach Jahreszeit und Witterung kann dann auch spontan entschieden werden. Der Bau selbst soll nach heutiger Kalkulation rund eine Million Euro je Kilometer kosten, je nach Aufwand und Beschaffenheit der Strecke. Der Radschnellweg soll vier Meter breit sein und könnte zum Teil auch über vorhandene Straßen auf eigener Spur geführt werden. Er soll möglichst kreuzungsfrei und ohne Ampeln verlaufen. 

Wer sich an den Planungen beteiligen möchte, kann das über die Webseite der Metropolregion Hamburg tun. 

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 25.01.2019