Wohnungsbau - Pinneberg und Uetersen haben Großes vor

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In Pinneberg werden auf dem Gelände der ehemaligen Ilo-Werke Wohnungen gebaut. Uetersen könnte eine Hafencity bekommen.

 

In zwei Städten im westlichen Hamburger Umland werden große Bauprojekte geplant. In Pinneberg soll auf einem Gelände gebaut werden, auf dem bis zum Jahr 1990 die Ilo-Motorenwerke ansässig waren. 360 Wohneinheiten sind in dem sogenannten Mühlenauquartier geplant. In Pinneberg, das rund 43.000 Einwohner hat, ist von einem regelrechten neuen Stadtteil die Rede. Das mit 20.000 Einwohnern deutlich kleinere Uetersen könnte eine eigene Hafencity bekommen. Geplant sind hier 220 Wohneinheiten. Das Projekt ist aber in einem wesentlich früheren Planungsstadium.

Gelände liegt in direkter Nähe des Pinneberger Bahnhofs

Für das Mühlenauquartier, das sich in direkter Nähe des Pinneberger Bahnhofs befindet, ist bereits der Startschuss gefallen. Die Pinneberger Ratsversammlung hat den Bebauungsplan für den neuen Stadtteil beschlossen. Die Matrix Immobilien Gruppe, ein Hamburger Projektentwickler, plant das Projekt und kann nun loslegen. 20 Prozent der 360 Wohneinheiten sollen sozial geförderter Wohnraum sein. Das Gesamtprojekt umfasst rund 75.000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche, wovon ein Drittel für Gewerbe vorgesehen ist. Eine acht Meter hohe Lärmschutzwand soll das Areal gegen Geräusche der nahe gelegenen Bahntrasse schützen.

Matrix muss zudem laut Vorgabe der Politik 20 bis 40 Park-and-ride-Plätze schaffen. Auch bei den Altlasten kommt auf den Investor einiges zu. Das Areal ist stark vorbelastet und muss versiegelt werden, die ehemaligen Deponieflächen sollen als Wald wiederhergestellt werden. Baubeginn des ersten Bauabschnitts soll im ersten Halbjahr 2019 sein. Der Aus- und Neubau der Straße An der Mühlenau soll eine der letzten Maßnahmen sein. Spätestens 2024 soll das Gesamtprojekt fertig sein.

Hochwasserschutz wie in der Hamburger HafenCity

In Uetersen hat der städtische Bauausschuss grünes Licht für das Projekt "Hafencity" gegeben. Er stimmte den Aufstellungsbeschlüssen für Flächennutzungs- und Bebauungsplan zu. Der Hamburger Projektentwickler Lorenz-Gruppe möchte am Stichhafen ein neues Wohnquartier errichten, das Anwohnern einen Blick auf den Hafen und die Pinnau bietet. Das Filetgrundstück in zentraler Lage nördlich der Pinnau, westlich des Hafenbeckens und östlich der Freiflächen des Bauhofes liegt momentan weitgehend brach und ist eine der wenigen Flächen Uetersens, die für eine großflächige Umplanung noch zur Verfügung stehen.

Die Fläche von etwa 4,7 Hektar soll deshalb von einem Gebiet für landwirtschaftliche und gewerbliche Nutzung in eines für Wohnungsbau umgewandelt werden. Anschließend sollen in Gebäuden mit 3,5 bis fünf Vollgeschossen bis zu 220 Wohnungen entstehen. Die Wohnfläche, die geschaffen würde, läge bei etwa 20.000 Quadratmetern. Entsprechend des politischen Grundsatzbeschlusses sieht die Planung auch eine Kindertagesstätte und einen Anteil von 30 Prozent öffentlich geförderten Wohnungsbau vor.

Das größte Hindernis bei der Bebauung des Areals ist der Hochwasserschutz

2011 hat das Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume die Fläche als Überschwemmungsgebiet ausgewiesen. Das vom Investor beauftragte Stadtplanungsbüro Claussen-Seggelke ist aber zuversichtlich, dass das Vorhaben dennoch realisiert werden kann. Die Flächen für den Wohnungsbau sollen künstlich erhöht werden. Ein Konzept, das auch bei der Hamburger HafenCity zum Einsatz gekommen ist.

Die höher gelegenen Bauflächen nehmen dem Fluss dabei ein Stück Überschwemmungsraum. Das soll ausgeglichen werden durch eine Art Polder (eine künstliche Wasserfläche), die sich bei starkem Hochwasser füllen kann. Die Polderfäche soll eingebunden werden in eine öffentlich zugängliche Grünanlage entlang der Pinnau, die durchzogen wird von einer neuen Wegeverbindung für Fußgänger und Radfahrer. Dadurch sollen die Uferflächen erstmalig für die Öffentlichkeit zugänglich und nutzbar gemacht werden. Die Nutzung des Hafenbeckens als Sportboothafen soll unberührt und auch der Hafen weiter zugänglich bleiben. Außerdem sollen noch weitere Wohnmobilstellplätze entstehen.

Mitte 2019 soll es konkret werden

Als nächsten Schritt will das Stadtplanungsbüro einen Umweltbericht anfertigen und einen konkreteren Entwurf vorlegen, über den dann wieder die Politik berät. Auch die Öffentlichkeit kann sich informieren und eventuelle Bedenken äußern. Einen allgemeineren Plan wollen die Planer der Öffentlichkeit noch  2018 vorstellen. Konkret soll es dann Mitte des Jahres 2019 werden.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 24.09.2018