Nahverkehr - ÖPNV-Ausbau sorgt für Bevölkerungswachstum

Regionalbahn in einem Bahnhof
Wolfgang Klietz

 

Bis 2030 wird die Bevölkerung im Kreis Herzogtum Lauenburg um 5.000 Menschen anwachsen. Trasse nach Bergedorf wird geprüft.

 

190.000 Menschen leben derzeit im Kreis Herzogtum Lauenburg. Bis 2030 wird sich diese Zahl laut Prognosen nur leicht auf 195.000 Einwohner erhöhen. Zuwachs gebe es demnach im Süden des Kreisgebiets: Schwarzenbek werde ähnlich wie Wentorf, Börnsen, Geesthacht oder das Amt Hohe Elbgeest deutlichen Bevölkerungszuwachs erleben.

Zuzug kompensiert Einwohnerrückgang

Bevölkerungswachstum nur durch Zuzug Grund für die unterschiedliche Entwicklung: Das Durchschnittsalter der Menschen im Herzogtum Lauenburg ist hoch, ein großer Teil gehört der Generation 60 plus an. Deshalb liegt die Sterberate über der Geburtenrate. Das wird allerdings durch Zuzug von Neubürgern kompensiert – überwiegend jungen Familien im sogenannten Hamburger Speckgürtel. Im ländlichen Nordkreis oder auch im strukturschwachen und für Pendler schlecht an Hamburg angebundenen Amt Lütau wird die Bevölkerung dagegen bis 2030 weiter abnehmen.

Schwarzenbek steht wie die Gemeinden Müssen und Büchen hoch im Kurs bei Pendlern, die in Hamburg arbeiten: Sie können die Hansestadt mit der Bahn in 20 (Schwarzenbek) bis 30 Minuten (Büchen) erreichen. Sie sind mit der Regionalbahnlinie RE 1 angebunden.

Neue Chancen für den ÖPNV in Geesthacht

Auch in anderen Städten im Kreis ist der Ausbau des ÖPNV (Öffentlicher Personennahverkehr) ein großes Thema: S-Bahnen, Stadtbahnen oder Schnell-Busse? Ob eine dieser ÖPNV-Varianten auf der Bahntrasse zwischen Geesthacht und Bergedorf wirtschaftlich wäre, wird nicht vor April 2019 geklärt. Denn frühestens dann rechnet der Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH) mit den Ergebnissen aus einer entsprechenden Machbarkeitsstudie. Nah.SH rechnet auf der Direktverbindung mit etwa 5600 Fahrgästen pro Tag auf der Strecke.

20-Minuten-Takt nach Bergedorf

Diese Prognose von 1997 ist zuletzt im Zuge der Erstellung des Landes-Nahverkehrsplans 2012 bestätigt worden, in dem die Reaktivierung der Bahntrasse Bergedorf-Geesthacht für den ÖPNV aufgegriffen wird. Dessen Leitidee ist, den Marktanteil von Bahn und Bussen um 50 Prozent zu erhöhen – dabei spielt die Trasse eine Rolle. Die Idee: Die Schienen könnten nicht nur reaktiviert, sondern auch in das S-Bahn-Netz Hamburg bis Altona eingebunden werden. Angedacht ist ein 20-Minuten-Takt zwischen Bergedorf-Süd und Geesthacht sowie ein 10-Minuten-Takt zwischen Altona und Bergedorf-Süd.

Zudem können die Geesthachter weiter auf eine Verbesserung des Busnetzes zwischen der Elbestadt, Lüneburg, Lauenburg, Bergedorf und Winsen/Luhe hoffen. Denn nachdem der Landkreis Lüneburg überraschend aus den Planungen zum ÖPNV-Projekt „Elbmarschstern“ ausgestiegen war, an dem mehr als zwei Jahre mit den Verwaltungen Herzogtum Lauenburgs und Harburgs gefeilt worden war, ist das Thema nun wieder aktuell.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 24.09.2018