Mini-Häuser für Hamburger

ein typisches Minihaus
dpa

 

Ab 40.000 Euro sollen die Häuschen kosten. Die Sparda-Bank sucht nun Grundstücke in der Stadt.

 

In den USA sind sie schon lange ein Trend: tiny houses. So heißen die Mini-Häuser, die auf kleinstem Raum, Küche, Wohn- und Schlafraum bieten. Mittlerweile hat das Konzept auch in Europa viele Anhänger gefunden. Auch für einige Hamburger stellen die zwischen zehn und 50 Quadratmeter großen Häuschen eine Ergänzung für den angespannten Wohnungsmarkt in der Großstadt dar.

In Hamburg haben die Sparda-Bank und die Bausparkasse Schwäbisch Hall jüngst ein 25 Quadratmeter großes tiny house vorgestellt. Der Grundriss zeigt einen langgestreckten Baukörper, aus nachhaltig hergestellten Materialien gefertigt und mit moderner Technik ausgestattet. Haustür und Dachfenster verschließen sich automatisch und die Heizung fährt herunter, wenn die Bewohner das Haus verlassen.

Kunden können zwischen verschiedenen Modellen wählen

Die Sparda-Bank sieht in den Mini-Häusern viel innovatives Potenzial. Die Bank prüft nach eigenen Angaben, ob es in Hamburg Flächen gibt, um eine kleine Siedlung mit tiny houses zu schaffen. In den vergangenen Jahren ist in Deutschland die Zahl der Hersteller von Mini-Häusern weiter gestiegen. Inzwischen haben sich in nahezu allen Bundesländern Unternehmen auf den Bau von tiny houses spezialisiert. Wer sich für das Wohnen auf begrenzter Quadratmeterzahl interessiert, kann zwischen verschiedenen Grundrissen, Materialien und Ausstattungsoptionen wählen. Einige Modelle in Modulbauweise bieten flexible Lösungen, können mitwachsen und später wieder abgebaut werden. Nach Angaben von Schwäbisch Hall gibt es tiny houses in Deutschland ab 40.000 Euro. Das in Hamburg vorgestellte Modell von Cabin One kostet inklusive technischer Extras mehr als 100.000 Euro. Auch Tschibo hat Mini-Häuser bereits angeboten: Drei verschiedene Modelle aus Holz, das günstigste ab 40.000 Euro.

Alle Hersteller zeigen sich innovativ, was die größtmögliche Nutzung des kleinen Raums angeht. So findet sich der Schlafbereich oft auf einer eingezogenen Zwischendecke, unter Treppen verbirgt sich Stauraum, Sofas verwandeln sich für Gästen in ein Nachtlager, Bettdecken und Laken verschwinden in eingebauten Bettkästen. Zum Arbeiten und Essen bieten sich Tische an, die anschließend platzsparend weggeklappt werden können. Niedrige Kommoden können mit Polsterauflage als Sitzbank dienen. In den ausziehbaren Fächern verschwindet schnell Krimskrams, der sich ansammelt.

Rollende tiny houses gelten als Wohnwagen

Mini-Häuser lassen sich ganz unterschiedlich nutzen: als Zuhause, als Gästewohnung, als Atelier oder als rollendes Heim. In den USA, aus der die tiny house-Idee stammt, sind viele Mini-Häuser als rolling homes konzipiert, also als ein Zuhause, mit dem ständig unterwegs sein kann. Wer unterwegs ist, braucht kein Grundstück und kann an dieser Stelle sparen. Dennoch müssen die kleinen Häuschen bestimmte Vorgaben einhalten. Das sind in den USA unter anderem die zugelassenen Abmaße des Häuschens.

In Deutschland ist die Rechtslage eine andere. Hier unterscheidet der Gesetzgeber zwischen Autos und Häusern. Soll ein tiny home, wie die von Tschibo auf einem Anhänger angebotenen Modelle auf die Straße gilt es als Wohnwagen und muss für den Straßenverkehr zugelassen sein. Anschließend muss das tiny house dann wie ein Wohnwagen besteuert, versichert und technisch geprüft werden, wie ein Wohnwagen.

Auch tiny houses brauchen eine Baugenehmigung

Soll das Mini-Haus an einem festen Platz in Hamburg stehen, muss es wie jedes andere normale Wohnhaus genehmigt werden. Es gelten die Anforderungen der Hamburgischen Bauordnung. Ob es die Zulassung bekommt, ist Auslegungssache der Behörde, denn ein tiny house gilt bislang nicht als komplette Wohnung. Zudem sei in Zeiten der Wohnraumknappheit klar, dass freie Flächen möglichst intensiv für den Wohnungsbau genutzt werden. Deshalb seien nach Expertenmeinung die Aussichten besonders hoch, dass ein tiny house auf einer Freizeitfläche zugelassen wird, dass nicht für Dauerwohnraum vorgesehen ist.

Wer sich über tiny houses und ihre Potenziale informieren möchte, besucht die Hamburger Immobilienmesse von Sonnabend, 21. bis Sonntag, 22. September 2019 im Cuise Center Altona. Weitere Informationen unter www.hamburger-immobilienmesse.de.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 27.06.2019