Heimfeld - Vielfältig, urban und mitten im Grünen

Lindtner - Lilium Restaurant
HA

 

Wo Rehe, Sportbegeisterte, Musikliebhaber und der Mercedes-Stern zu Hause sind.

 

Fläche in Quadratkilometer: 11,7
Einwohner: 21.798
Wohngebäude: 2474
Wohnungen: 10.551
Immobilienpreise Grundstücke in Euro/Quadratmeter: 314
Immobilienpreise Eigentumswohnungen in Euro/Quadratmeter: 2478
(Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Stand 2016/2017)

 

Wer in Heimfeld wohnt, betont dies auch gerne. Man kommt nicht aus Harburg, man kommt aus Heimfeld. Obwohl die Grenzen doch selbst für einen echten Heimfelder schwer zu ziehen sind. Der Stadtteil ist ein Mikrokosmos Hamburgs. Ein pittoreskes Villenviertel, moderne Wohngebiete für sozial Schwächere, ein Luxushotel, zwei große Krankenhäuser, ausufernde Waldgebiete, ein großes Sportzentrum. Heimfeld bietet viel. Nur zum großen Einkauf fährt man ins Phoenix-Center nach Harburg. Und genau diese Vielfalt macht den Stadtteil so lebens- und liebenswert.

Gute Bedingungen für Sportler

Die idyllisch im Wald gelegene Jahnhöhe, Heimat des traditionsreichen Harburger Turnerbundes von 1865 (HTB), ist eine moderne Sportanlage. Ein Sportpark mit zwei großen Kunstrasenplätzen, einer Tennisanlage mit Außenplätzen und Hallenbetrieb sowie einer Gastronomie, die auch weniger Sportbegeisterte zum Mittagsimbiss oder zur Familienfeier einlädt.

Guten Fußball gibt es selbstverständlich auch zu sehen. Wenn die HTB-Herren in der Bezirksliga Süd die Ärmel hochkrempeln oder eines der unzähligen Nachwuchsteams spielt. In mehr als 40 Sportarten versuchen sich die HTBler. Zum Teil mit großem Erfolg. Doch nicht nur auf der Jahnhöhe kann man Vereinssport treiben. Nur wenige Hundert Meter entfernt hat die Tennisgesellschaft Heimfeld -- bekannt für gutes Hockey und Tennis -- ihre Heimat. Und nördlich der B 73 finden Sportbegeisterte beim Bostelbeker SV und dem TUS Harburg interessante Angebote.

Musik ist Trumpf

Nicht nur beim jährlichen Stadtteilfest rund um die Friedrich-Naumann-Straße geht es musikalisch zu. In Heimfeld ist Musik Trumpf. So setzen vor allem die Schulen im Stadtteil auf den richtigen Rhythmus mit Chören und Orchestern. Weit über Heimfeld hinaus strahlt der Musikzweig des altehrwürdigen Friedrich-Ebert-Gymnasiums (FEG). Die zweitälteste Schule Hamburgs nach dem Johanneum, die im Jahr 1628 erstmals urkundlich erwähnt wurde, lockt musikbegeisterte Kinder aus ganz Harburg an. Für ihre Auftritte und Proben nutzen nicht nur die Schüler die große Friedrich-Ebert-Halle mit Platz für mehr als 1000 Zuschauer. Operettenstars, Musicaldarsteller und viele andere Künstler haben hier ebenfalls ihre Heimat auf Zeit. In den 1960er-Jahren wurden aus der Halle Abendshows mit dem Entertainer Peter Frankenfeld übertragen.


Und im Keller des Gebäudes nahmen im Juni 1961 die Beatles ihre erste Platte ("My Bonnie") auf. Noch heute erinnert eine Gedenktafel im Eingangsbereich an dieses historische Ereignis. Doch nicht nur im FEG wird musiziert. Darüber hinaus gibt es eine alteingesessene Musikschule in der Heimfelder Straße. Und im Café Leben wenige Hundert Meter entfernt begeisterten schon viele Livebands das Publikum.


Bunt und kreativ


Selbstverständlich gibt es in Heimfeld auch die bekannten Discounter und Drogerieketten. Aber seinen besonderen Charme verdankt das Viertel den vielen kreativen Einzelhändlern und engagierten Bewohnern. Ob Jeanettes Haarburg (Friseur), Perlenträume (Perlenladen), das kleine Café Wattenberg Acht oder Leichers Buchhandlung -- im Hamburger Süden finden sich zahlreiche Geschäfte abseits des öden Mainstreams. Und wegen der vielen Nationalitäten, die in Heimfeld wohnen, ist Multikulti an beinahe jeder Ecke zu Hause. Ob Döner-Imbiss, türkischer Gemüseladen, der Afro Beauty Shop oder der russische Supermarkt -- wer aus der Fremde kommt, findet ein kleines Stück Heimat.


Mehr Betten als Einwohner


Wegen der Nähe zur Natur und der guten Anbindung zur Hamburger City ist Heimfeld auch bei auswärtigen Gästen beliebt. Zwei Hotels finden sich direkt gegenüber eines riesigen Waldgebiets. Das privat geführte First-Class-Hotel Lindtner mit seinen 128 Zimmern und Suiten sowie einem großzügigen Wellness-Bereich blickt auf eine mehr als 70-jährige Tradition zurück. Zwischen 1992 bis 1994 wurden die Gebäude bis auf den Großen Festsaal abgerissen und neu gebaut.


Der Heimfelder -- mit dem entsprechenden Budget -- geht im Lindtner gerne sonntags brunchen oder feiert dort runde Geburtstage, Taufen und Hochzeiten. Auch Kongresse finden hier häufig statt. Nur wenige Hundert Meter entfernt bietet das Hotel Heimfeld guten Komfort zu reellen Preisen. Des Weiteren übernachten in Heimfeld täglich viele Auswärtige ungewollt -- in einem der beiden Krankenhäuser. So befinden sich in dem Stadtteil das Allgemeine Krankenhaus Harburg (AKH) des Asklepios-Konzerns mit 772 Betten und die Maria-Hilf-Klinik des Betreibers Helios mit 169 Betten. An Blaulicht, Martinshorn und die gelegentlichen Rotorengeräusche eines Rettungshubschraubers, der neben dem AKH landet, hat sich der Heimfelder dann auch gewöhnt.


Alt und jung zusammen


Viele kleine Kinder, viele Senioren: Heimfeld ist auch von der Altersstruktur ein sehr gemischter Stadtteil. Das Konzept lautet deshalb: Generationen zusammenführen. So wurde in direkter Nachbarschaft zu einem modernen Alten- und Pflegeheim An der Rennkoppel die Kindertagesstätte Farbenspiel gebaut. Während die Senioren ihren Kaffee in einem großzügigen Aufenthaltsraum trinken, toben draußen die Kleinen auf dem Spielplatz umher. In der Friedrich-Naumann-Straße finden sich zudem für Kinder mit schulischen Schwierigkeiten umfangreiche Lern- und Freizeitangebote. Das Stadtteilzentrum berät und im Kindertreff gibt es viermal in der Woche nachmittags Hausaufgabenhilfe.


Ausgezeichnete Wohnsiedlung


Nördlich der Bundesstraße 73 beginnt eigentlich ein ganz anderes Stück Hamburger Süden, aber auch das industriell geprägte Bostelbek gehört zu Heimfeld. Hier befindet sich die mehrfach ausgezeichnete Wohnsiedlung Am Radeland. Die Satteldachhäuser wurden 1932 von arbeitslosen Handwerkern gebaut. Nur einen Steinwurf entfernt liegt das Hamburger Werk des Autoherstellers Daimler, in dem unter anderem Achsen, Pedalanlagen und Lenksäulen hergestellt werden. Mehr als 2600 Beschäftigte zählt die Marke mit dem Stern im Hamburger Süden und ist damit einer der größten Arbeitgeber der Region. Richtung Wasser findet man vier von Industrieanlagen geprägte Seehäfen -- eine Region, die das Gros der Heimfelder kaum kennt. Denn hier fährt der Ortskundige nur entlang, wenn der Stau auf der Bundesstraße 73 zu einem Schleichweg zwingt.


Heimfeld historisch

Alle reden davon, dass Wilhelmsburg und die Veddel Potenzial haben. Doch wer sich heute in Heimfeld umschaut, kann sich das von diesem Stadtteil genauso gut vorstellen. Das um 1545 gegründete Dorf war 1784 unter 15 Bauern aufgeteilt worden. Neben diesem „Groß Heimfeld“ gründeten vier Bauern anno 1799 „Klein-Heimfeld“. Während der Franzosenzeit wurde das Dorf dann zum Großteil niedergebrannt.


Meyerviertel und Meyers Park


Eine wichtige Rolle bei der Erschließung und Bebauung des gesamten Heimfelder Gebiets spielte der Fabrikant Heinrich Christian Meyer, Sohn des legendären Kaufmanns gleichen Namens, der in Hamburg auch als Stockmeyer bekannt war. Schon Meyer senior hatte in der Gegend viel Land gekauft, Meyer junior, an den in Heimfeld heute noch Meyerstraße und Meyerviertel erinnern, knüpfte daran an. Er ließ sich im Meyers Park eine stattliche Villa errichten, die heute (seit 1946) das Krankenhaus Mariahilf bildet.


Von 1866 an kaufte der jüngere Meyer, der 1856 Mitbegründer der Harburger Gummi-Kamm Compagnie war, mehrere der Bauernhöfe auf, und als Heimfeld 1888 nach Harburg eingemeindet wurde, gab es hier – anders als in anderen späteren Hamburger Stadtteilen – schon keine eigenständigen Hofstellen mehr.


Im ausgehenden 19. Jahrhundert begann in Heimfeld wie überall in Hamburg und dem Umland die Bebauung mit Mehrfamilienhäusern, zum Beispiel an der Buxtehuder Straße und der HeimfelderStraße, wo insbesondere Arbeiter und Angestellte einzogen. Vor allem im stark expandierenden Harburger Hafen wurden Arbeitskräfte gebraucht, und die in den Raum Harburg strömendenMenschen suchten überall nach günstigem Wohnraum.


Wegen seiner zentralen und doch ländlich geprägten Lage wurde Heimfeld aber auch bei wohlhabenden Hamburgern zunehmend beliebter, die sich in der Gegend stattliche Häuser und kleine Villen errichten ließen, unter anderem am Eißendorfer Pferdeweg. Anfang des 20. Jahrhunderts legte der Harburger Magistrat dann eine landhausartige Bebauung für Teile derGegend fest. Viele dieser schönen Häuser wurden im Zweiten Weltkrieg zerstört. Parallel wurde das Dorf Lauenbruch aufgegeben und das Gelände an ein Konsortium verkauft.


Lauenbruch verschwand von der Landkarte, stattdessen entstanden hier die Seehafenbecken I bis III, die Harburg für den Konkurrenzkampf mit Hamburg fit machten. Namhafte Firmen wie zum Beispiel Noblée & Thörl Ölfabriken sind schon seit dieser Zeit in Heimfeld ansässig. Die Mischung aus Mietskasernen und ruhig gelegenen Einzelhäusern, die schon damals Heimfelds Erscheinungsbild prägte, ist bis heute erhalten. Mit steigender Einwohnerzahl vergrößerte sich um 1900 auch das Freizeitangebot in der landschaftlich reizvollen Gegend.


Ein fantastischer Blick nach Hamburg


Neben vielen Ausflugslokalen wurden damals unter anderem auch der Heimfelder Schützenverein von 1890 und die Tennisgesellschaft Heimfeld von 1909 gegründet. Von der erhöht gelegenen Hotel-Pension Brunnenthal hatten Sommerfrischler einen fantastischen Blick über Moorburg hinweg auf die Silhouette Harburgs und Teile Hamburgs, ein weiteres beliebtes Ausflugsziel war das idyllische Restaurant Zur goldenen Wiege, das mit seiner Lage „mitten in denHarburger Waldungen“ lockte.


Von Mitte der 1930er-Jahre an gab es in Heimfeld drei Kasernen, darunter die Unverzagt-Kaserne, die an der Rennkoppel errichtet worden war. Bis 1866 hatte man hier jährlich das HarburgerPferderennen veranstaltet. Die ehemalige Dominik-Kaserne am Eißendorfer Pferdeweg ist seit 1949 Standort des heutigen Asklepios Klinikums Harburg, das bereits 1861 eröffnet worden war. Die Scharnhorst-Kaserne an der Heimfelder Straße ist inzwischen mit Wohnungen bebaut.

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 19.09.2018