Ein Haus, das mitwächst

Modell eines Modulhauses
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Modulhäuser sind für Familien erdacht. Bei zusätzlichem Platzbedarf kann einfach an- und später leicht zurückgebaut werden.

Die Wohnsituation ändert sich bei den meisten Menschen im Laufe ihres Lebens mehrmals. Viele ziehen vor dem Beginn von Ausbildung oder Studium von Zuhause aus. Die erste eigene Wohnung ist für viele nur eine Durchgangsstation. Spätestens, wenn das erste Kind kommt, verändern sich die Prioritäten, der Platzbedarf steigt. Das bleibt auch so, wenn die Familie größer wird. Sind die Kinder groß, reichen wieder weniger Räume aus.

Viele Gebäudeelemente werden seriell hergestellt

Es gibt Häuser die flexibel mitwachsen bei der Familiengründung und relativ leicht auch wieder schrumpfen, wenn der Nachwuchs ausgezogen ist. Möglich ist das, wenn man Gebäude in modularer Bauweise errichtet. Schon heute kommt das serielle Bauen häufiger zum Einsatz. In Leichtbauweise erstellte Gebäudeteile werden industriell vorgefertigt und auf der Baustelle zusammengesetzt. Bei der Konstruktion unterscheiden sich die Module nicht von Teilen, die für Fertighäuser produziert werden. So werden Wand- und Deckenelemente in Holztafelbauweise seriell im Werk hergestellt. In einigen Fällen wird sogar schon die Innenausstattung eingebaut.

Es gibt Modulhäuser unter 50.000 Euro

Die serielle Produktion der einzelnen Teile sorgt für kurze Aufbauzeiten. Oft sind nicht mehr als 24 Stunden nötig, um die Teile auf der Baustelle zu montieren. Steht das Haus, kann es leicht und schnell mit Hilfe von weiteren Modulen erweitert oder verkleinert werden – abhängig von der finanziellen und der familiären Situation. Inzwischen gibt es Modulhäuser für weniger als 50.000 Euro für Singles und junge Familien.

Im Prinzip kann man mit den Häusern umziehen

Modulhäuser haben keine Bodenplatte, sind also mit dem Untergrund nicht fest verbunden. Deshalb kann man prinzipiell sogar mit seinem Modulhaus umziehen. Denn die Module sind alle so konzipiert, dass sie mit einem Tieflader problemlos transportiert werden können. Dennoch dürfen die Bewohner nicht einfach ihr Haus an ihrem Wunschort abstellen und einziehen. Auch für Modulhäuser gelten in Deutschland Vorschriften. Baurechtlich handelt es sich um ganz normale Häuser, wer eines errichten möchte, braucht eine Baugenehmigung.

Modulhäuser sind günstig und schnell schlüsselfertig

Für Modulhäuser werden die Vorteile, die serielles Bauen mitbringt, genutzt. Durch die Produktion der Bauteile im Werk kommt es nicht zu wetterbedingten Verzögerungen auf der Baustelle, die Bauzeit wird eingehalten, die Qualität der Materialien ist hoch und die Kosten im Vergleich niedrig. Kritiker monieren, dass zu viele Modulhäuser zu langweiligen Siedlungen führen könnten, die eher an Containerdörfer oder Plattenbauten erinnern.

Anzahl der Hersteller ist gestiegen

Deswegen raten Architekten, die Vorteile des seriellen Bauens zu nutzen, ohne die Nachteile in Kauf zu nehmen. Es gehe darum aus standartisierten Modulen individuelle Häuser zu realisieren, die sich dann städtebaulich in ihre Umgebung einfügen. Dabei könnte helfen, dass die Zahl der Angebote auf dem Gebiet auch in Deutschland immer größer wird. Vor wenigen Jahren noch, gab es nur einzelne Hersteller von Modulhäusern. Inzwischen ist die Zahl stark gestiegen.  

von Redaktion hamburgerimmobilien.de am 21.09.2018